RDS-Projekt   RDS - Was ist das?

Eine kurze Einführung in das RDS (Radio-Datensystem für UKW/FM)

Die Benutzung von immer mehr Frequenzen für Radio-Programme im UKW/FM-Bereich macht es immer schwerer aus der Fülle der angebotenen Sender den eigentlich gewünschten zu finden und einzustellen. Diese Schwierigkeiten sollen mit dem RDS-System gelöst werden. Seit 1987 auf dem Markt setzt es sich mehr und mehr durch. RDS hat nun Einzug in alle Arten von Empfängern in allen Preiskategorien gehalten, und man kann sich daher leicht vorstellen, daß es in naher Zukunft keinen neuproduzierten Receiver mehr geben wird, der nicht RDS-tauglich ist.

Die Entwicklung von RDS startete vor über 20 Jahren in der EBU (European Broadcasting Union). Die Entwickler wollten ein benutzerfreundliches System herstellen, speziell für Autoradios, die sich mit Hilfe von alternativen Frequenzlisten automatisch den besten Empfang suchen sollten. Darüber hinaus sollten die Benutzer in der Lage sein, den Namen des gerade gehörten Sender in einem Display ablesen zu können. Die bisher übliche schlichte Frequenzanzeige sollte damit in den Hintergrund treten. All dies ist möglich geworden durch die Einführung und Benutzung der PLL Tuner Technologie. Diese erlaubt es einem Empfänger innerhalb von Millisekunden die neue Frequenz einzustellen und zu benutzen. Während dieses Umschaltvorganges wird das Radio kurz stummgeschalten, was aber auf Grund der geringen Zeitspanne dem Hörer nicht auffallen sollte. Damit ist der Empfänger in der Lage aus einer Liste von alternativen Frequenzen die jeweils günstigste auszusuchen und zu benutzen. Ebenso wird sichergestellt auf das gleiche Programm umzuschalten, da jeder Sendeanstalt eine eindeutige Programm-ID zugeordnet ist.

Verkehrsinformationen ist mit RDS möglich durch die Verkehrsprogramm- (TP) und Verkehrsdurchsageflags (TA). Es werden Informationen für Verkehrsteilnehmer ausgestrahlt, diese werden mit TA/TP parallel zum ARI-Signal dem Empfänger angezeigt. ARI wird aber nach und nach in Europa durch RDS ersetzt, und wird nach dem Jahr 2005 wohl ganz verschwunden sein. Alte ARI-Empfänger werden dann auch keine Verkehrsinformationen mehr erkennen. Eine aktuelle Entwicklung von RDS ist der digital-codierte Verkehrsnachrichten-Kanal (TMC: Traffic Message Channel). Es ist geplant dieses System in ganz Europa einzuführen. Leider sind aktuelle RDS-Radios nicht in der Lage TMC zu empfangen und decodieren.

Wenn der Empfänger auf ein Programm eingestellt ist, daß einem Netzwerk angehört, so ist es in der Lage Informationen anderer Sender dieses Netzwerkes zu empfangen. So ist es zum Beispiel möglich Bayern 2 zu hören, und den Empfänger automatisch auf Bayern 3 umschalten zu lassen, wenn dieser Verkehrsinformationen überträgt. Möglich macht dies das EON-Feature. Auch ist es möglich den Sender innerhalb des Netzwerkes zu wechseln, wenn ein anderes angeschlossenen Programm einen bestimmten Programmtyp (PTY), wie z.B. Nachrichten (NEWS) überträgt.

Viele Hi-Fi Heimempfänger verwenden aber noch mehr als die "Standard"-RDS Features (PI, PS, TP, TA, AF, s. auch Liste der Features), wie z.B. Programm-Typ (PTY/PTYN), Radiotext (RT), und eine Zeit/Datumsanzeige (Clock-Time CT).

RDS ist zukunftssicher und wird wohl auch nicht von DAB (Digital Audio Broadcasting) ersetzt werden, zumindest so lange nicht, wie es FM-Rundfunk geben wird.

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